Lappland (Lappi (finnisch), Lappland ( schwedisch und norwegisch) Лапландия Laplandija (russisch)ist eine Landschaft in Nordeuropa. Die Bezeichnung ist historisch. Die größte Ausdehnung hat Lappland, wenn man es mit dem Siedlungsgebiet und Kulturraum der Samen (Urbevölkerung Lapplands) gleichsetzt. Und so erklären sich auch die Namensgebungen in schwedischer, norwegischer, finnischer und russischer Sprache. Denn das Siedlungsgebiet der Samen kannte keine Ländergrenzen. Je nach Definition beträgt die Fläche Lapplands zwischen 390.000 km² und 260.000 km². Betrachtet man lediglich die in Schweden als Lappland bezeichnete Region, so meint man die westlichen Teile der Provinzen Norrbotten und Västerbotten. Insgesamt umfasst diese Region eine Fläche von knapp 120.000 km² und wird von ca. 95.000 Einwohnern bewohnt. Also weniger als ein Einwohner je Quadratkilometer. Und genau in dieser Tatsache findet sich der erste der fünf guten Gründe Lappland zu besuchen.

Erster Grund für einen Besuch Lapplands:

Die Ruhe und Stille Schwedisch-Lapplands ist überwältigend. In weiten Teilen erinnert die Region mit ihren mittleren Höhenlagen, den ausgedehnten Waldgebieten und dem Wasserreichtum an deutsche Mittelgebirge. Je weiter man nach Westen kommt, desto karger und höher wird die Landschaft. Im Fjäll, der baumlosen Hochfläche, steigt die Region auf über 2.000 m an. Nur sehr selten stören Flugzeuge am Himmel, Eisenbahnstrecken oder Straßenverkehr diesen riesigen, verschwiegenen Lebensraum.

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Doch nicht nur die Stille und die über jeden Zweifel erhabene Natur machen Lappland zu einem erstrebenswerten Reiseziel. Die Schweden haben im hohen Norden eine bemerkenswerte Infrastruktur geschaffen. Ein Beispiel gefällig? Die südlichst gelegen Kommune in Schwedisch Lappland ist Åsele. Auf rund 4.550 km² leben aktuell 2.700 Einwohner. Neben zwei Supermärkten, zwei Pizzerien und einem Hotel verfügt die Kommune über eine Apotheke, ein Hallenbad, eine Reithalle, eine Eishalle, ein Kino, einen Golfplatz, gepflegte Ski-Langlaufstrecken sowie eine kleine aber feine alpine Skianlage. Zum Verständnis: die drei nordrhein-westfälischen Landkreise Hochsauerlandkreis, Märkischer Kreis und Kreis Soest kommen gemeinsam auf eine Fläche von knapp 4.400 km² und mehr als 900.000 Einwohner.

Zweiter und dritter Grund für einen Besuch Lapplands:

Das nahezu menschenleere Schwedisch-Lappland verfügt über eine exzellente Infrastruktur. Die Verkehrswege sind außergewöhnlich gut ausgebaut und werden zu allen Jahreszeiten aufwendig gepflegt. Die Städte und Gemeinden verfügen über weit mehr als die lebensnotwendigen Einrichtungen und weisen einen erstklassigen Erholungswert auf.

Was die Kommunen Lapplands auszeichnet, gilt erst recht für die Natur- und die Tierwelt. Endlose Wälder sowie wasserreiche Flüsse und Seen beherbergen eine grenzenlose Tier- und Pflanzenwelt. Adler und Kraniche beherrschen den Luftraum; Bären, Luchse und Elche die Wälder; Lachse und Barsche die Flüsse und Seen. Ganz zu schweigen von den abertausenden halbwilden Rentieren, die ständig unterwegs sind. Damit nicht genug ergänzt ein unerschöpflicher Reichtum an essbaren Beeren und Pilzen die Landschaft. Blau- und Preiselbeeren gedeien Jahr für Jahr im Überfluß. Ergänzt um das „Gold Lapplands“, die einzeln auf Stengeln wachsenden Hjortron-Beeren. Sie lassen sich nur mit großem Aufwand pflücken, schmecken dafür aber umso besser.

Vierter und fünfter Grund für einen Besuch Lapplands:

Die Wald- und Wasserwelt Lapplands beherbergen einen unerschöpflichen Reichtum an Tieren und Pflanzen. Naturliebhaber finden im Norden Europas nicht nur unbegrenzt Eis und Schnee. Die grenzenlose Natur bringt eine ebensolche grenzenlose, überwältigende Vielfalt an Pflanzen und Tieren hervor. Oftmals beleuchtet von den geisterhaften, geheimnisvollen Nordlichtern.

Gut für Körper und Geist

Eine Reise in den Norden Europas liefert überraschende Erkenntnisse. Die überragende Infrastruktur ermöglicht eine entspannte Anreise, einen erholsamen Aufenthalt und bietet intensive Einblicke in eine leise Welt mit beeindruckender Tier- und Pflanzenwelt.

Mit dem Flieger, der Bahn oder dem Auto

Ob mit dem Flieger oder der Bahn, dem Auto oder per pedes, viele Wege führen gefahrlos nach Lappland. Von beinahe allen deutschen Flughäfen erreicht man problemlos Schwedens Drehkreuz Arlanda. Von dort geht es zügig weiter nach Umeå, Lycksele, Vilhelmina, Skellefteå, Luleå oder Kiruna. Wer des fliegens überdrüssig ist, der kann z.B. mit dem Nachtzug von Berlin über Hamburg nach Stockholm reisen. Von dort aus geht es mit der Bahn weiter in den Norden. Und wer auf das Auto oder den Camper setzt, dem bleiben die zahlreichen Fähren von Deutschland nach Schweden oder die Brücken über den Großen Belt und den Öresund nach Malmö. Von Malmö aus über die E6 Richtung Helsingborg und dort auf die E4. Und dann immer Richtung Norden. Schöner und abwechslungsreicher ist der Inlandsvägen. Er verläuft von Göteborg im Süden bis zum finnischen Grenzort Karesuando. Besonders einfach ist die Anreise mit der Fähre von Stenaline. Von Kiel aus geht es immer nachts nach Göteborg. Nach dem Frühstück an Bord verlässt man die Fähre, fährt auf die E45 und folgt dieser bis zur finnischen Grenze. Fazit: Unbedingt empfehlenswert!


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