In jedem Jahr treibt es tausende Mitteleuropäer Richtung Polarkreis. Neben der einzigartigen Tierwelt übt vor allem Aurora Borealis – das nördliche Polarlicht – eine fast schon geheimnisvolle Anziehungskraft aus. Die südlichen Polarlichter heißen Aurora Australis.
Wer einmal diesem Schauspiel in freier Natur und weit ab von störenden anderen Lichteinflüssen beiwohnen konnte, den zieht das bunte Lichtspektakel immer wieder in seinen Bann.
Manchmal enthalten die einfachsten Momente die tiefste Weisheit. Aurora Borealis verzaubert die Menschen, lässt die Gedanken zur Ruhe kommen und nicht selten überkommt die Beobachter eine tiefe Demut. Keine künstliche Lichtshow und kein Feuerwerk kann dem Naturschauspiel auch nur annährend „das Wasser reichen“.
„Die Jagd“ nach den Nordlichtern findet vor allem im Winter statt. Doch auch im Herbst oder Frühling kann die Suche von Erfolg gekrönt sein. Die Sonne durchläuft einen Aktivitätszyklus, der vom Anfang bis zum Ende im Durchschnitt elf Jahre dauert. 2024 und 2025 sind besonders geeignete Jahre um Aurora Borealis zu beobachten. Dann erreicht die Sonnenaktivität ein Sonnenmaximum. Es treten vermehrt Sonnenflecken und koronale Massenauswürfe auf. Die damit verbundenen stärkeren Sonnenwinde verursachen verstärkte Nordlichtaktivitäten. In diesen Zeiten sind die Lichterscheinungen häufiger, intensiver, farbenfreudiger und auch weiter südlich (auch in Deutschland) zu beobachten. Neben den beherrschenden Grüntönen ergänzen oftmals auch Rot, Rosa, Blau oder Lila das Farbenspektakel. Das nächste Solare Maximum tritt dann erst wieder im Jahr 2035 auf.


Die richtige Jahreszeit für Nordlichter
In Skandinavien können Nordlichter zwischen Ende August und April beobachtet werden. Die Nächte sind dann dunkel und bei einer stabilen, wolkenlosen Wetterlage hat man die größte Chance auf beeindruckende Sichtungen überwiegend zwischen 20.00 Uhr und 03.00 Uhr. Als besonders geeignete Orte für die Beobachtung von Nordlichtern gelten in Norwegen die Region Tromsö, in Finnland die Region Rovaniemi und in Schweden der Abisco Nationalpark. Ganz allgemein gilt jedoch: je nördlicher der Standort, je größer der Abstand zu künstlichen Lichtquellen und je weiter der Blick, desto beeindruckender fallen die Lichtreflexe aus. Insofern kann die gesamte Region Lappland als ausgezeichnete Beobachtungsplattform für Polarlichter gelten. Darüber hinaus bieten winterliche Schiffsreisen in dieser Region ausgezeichnete Möglichkeiten zur Beobachtung der Nordlichter.

Mythos Nordlichter
In der Kultur der Ureinwohner Lapplands (Sami, eines der indigenen skandinavischen Völker) nehmen die Polarlichter einen sehr besonderen Platz ein. Auch heute noch. In der samischen Tradition haben die Lichter mehrere Bedeutungen und werden meist mit der Geister- und/oder Totenwelt in Verbindung gebracht. So beschreibt ein weit verbreiteter Glaube die Nordlichter als tanzende Seelen der Toten. Dieser „heilige Status“ brachte auch eine ganze Reihe von Verhaltensregeln beim Betrachten des Himmelsschauspiels mit sich. Keinesfalls soll man sich respektlos gegenüber den Nordlichtern verhalten. Jeder der sich auf den Weg macht um das Nordlicht zu erleben, sollten dieser jahrhundertealten Tradition gerecht werden.
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